AG CPC

Arbeitsgemeinschaft
Zervixpathologie und Kolposkopie e.V.

in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe

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Münchner Nomenklatur III für die gynäkologische Zytodiagnostik der Zervix

 

Auf dieser Seite finden Sie die aktuelle zytologische Nomenklatur München III, die entsprechende Broschüre der bei der Erstellung beteiligten Organisationen sowie Diskussionen und Kommentare aus der Fachliteratur (unterhalb der Tabelle).

 

2013 hatte die Koordinierungs-Konferenz-Zytologie (KoKoZyt, die Mitglieder wurden mandatiert durch die DGGG, DGZ, AG-CPC, AZÄD, Berufsverbände) die neue zytologische Nomenklatur München III erarbeitet und im Frauenarzt publiziert. Sie ist ab 1. Januar 2015 verbindlich gültig. München III (M III) hat gegenüber München II (M II) und der Internationalen Zytologischen Klassifikation „Bethesda“ (TBS) folgende Vorteile:

 

  1. M III: Neu ist die Unterscheidung zwischen IIID1 (Verdacht auf CIN1) und IIID2 (Verdacht auf CIN2). IIID1: Kontrolle nach längerem Intervall ausreichend.  IIID2: kurzfristigere Kontrollen, ggf. weitere Abklärungen.
  2. M III: HPV-Zeichen (Koilozyten), häufig bei jungen Frauen, werden als Gruppe II klassifiziert (hohe spontane Ausheilungsrate).
  3. M III: Im Gegensatz zu M II und TBS wird wegen der unterschiedlichen prognostischen Bedeutung zwischen CIN2 (IIID2 mit Remissionsraten von 50%) und CIN3 (IVa) unterschieden.
  4. M III: Neu ist die Berücksichtigung glandulärer Läsionen. Begründung: ACIS und Adenokarzinom nehmen bei jungen Frauen deutlich zu.
  5. M III:   Die inoffizielle, in M II nie näher definierte und nicht reproduzierbare Gruppe „IIw“ fällt weg. .
  1. M III ist im Gegensatz zu M II mit geringem Aufwand und ohne mikroskopische Nachmusterung in die publikable Internationale Nomenklatur (TBS) übersetzbar.
  2. Die Empfehlungen von M II zu den einzelnen Gruppen (u.a. Kontrollintervalle, Kolposkopie, Histologie) hatten sich trotz vielfach fehlender Evidenz bewährt. Die Akzeptanz bei Frauenärzten, Sprechstundenhilfen und Patientinnen war hoch. M III hat dieses bewährte Konzept übernommen.
  3. M III lässt sich den kolposkopischen Befunden nach der Internationalen kolposkopischen Nomenklatur (Rio 2011) (u.a. „minor“ bzw. „major changes“) leichter zuordnen als M II.

 

M III ist einfach, logisch und leicht verständlich. Der Vorstand der AG-CPC empfiehlt  den konsequenten Gebrauch der neuen zytologischen Nomenklatur München III und der Internationalen kolposkopischen Nomenklatur (Rio 2011).  

 

 

 

 

1. Broschüre

2. H. Griesser, K. Marquardt, B. Jordan,  V. Küppers,  F. Gieseking, W. Kühn; Für die Koordinationskonferenz Zytologie; „Das Prozedere bei auffälligen Befunden - Kommentar zur Münchner Nomenklatur III“; FRAUENARZT 56 (2015) Nr. 1 (PDF)

3. H. Griesser, K. Marquardt, B. Jordan, W. Kühn, K. Neis, H. H. Neumann, R. Bollmann, B. Pöschel, M. Steiner, U. Schenck; „Münchner Nomenklatur III“ FRAUENARZT 54 (2013) Nr. 11 (PDF)

4. Schneider A, Hillemanns P. ; Stellungnahme zur Veröffentlichung der „Münchner Nomenklatur III“ von der Koordinations-Konferenz; Geburtsh Frauenheilk 2014; 74: 242-243

5. Kommentar des Vorstands der „Arbeitsgemeinschaft für Zervixpathologie und Kolposkopie“ zum Beitrag „Stellungnahme zur Veröffentlichung der ‚Münchner Nomenklatur III‘ von der Koordinations-Konferenz Zytologie“ von A. Schneider und P. Hillemanns; Geburtsh Frauenheilk 2014; 74

6. H. Griesser, K. Marquardt, B. Jordan; Kommentar zum Beitrag „Stellungnahme zur Veröffentlichung der Münchner Nomenklatur III‘ von der Koordinations-Konferenz Zytologie“ von A. Schneider und P. Hillemanns; Geburtsh Frauenheilk 2014; 74

7. P. Hillemanns, A. Schneider; Replik auf die Leserbriefe von W. Kühn et al. sowie von H. Griesser, K. Marquardt und B. Jordan zur „Stellungnahme zur Veröffentlichung der ‚Münchner Nomenklatur III‘ von der Koordinations-Konferenz Zytologie“ Geburtsh Frauenheilk 2014; 74