AG CPC

Arbeitsgemeinschaft
Zervixpathologie und Kolposkopie e.V.

in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe

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Strukturierung der Kolposkopie-Ausbildung (Kurse/Prüfung zum Kolposkopiediplom)

Antrag zur Zertifizierung (PDF)

Eine Übersicht zu aktuell zertifizierten Kursen finden Sie hier.

Eine Übersicht zu zurückliegenden zertifizierten Kursen des laufenden und der vergangenen Jahre (ab 2008) finden Sie hier.

Zur qualitätskontrollierbaren Ausbildung/Fortbildung in der Kolposkopie wird das durch J. Heinrich/ P. Schomann inaugurierte Kurssystem wie folgt konkretisiert:

1. Präambel

Die im Folgenden dargestellte Struktur der Kolposkopieausbildung dient dem Ziel einer nachweisbaren Weiterbildungsqualität. Sie ist die Grundlage für die Anerkennung und Zertifizierung von erweitertem Fachwissen auf dem Gebiet der Früherkennung/Abklärung von Veränderungen am unteren weiblichen Genitaltrakts durch die AG CPC.

Zur Koordinierung des Kurssystems wird durch den Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Zervixpathologie und Kolposkopie eine „Arbeitsgruppe Kolposkopie (Kurse und Zertifizierung)“ eingesetzt. Leiter der Kommission ist J. Quaas, Stralsund (Organisation Kurssystem). Stellvertreter V. Küppers, Düsseldorf (Organisation Prüfungssystem). Weitere Mitglieder sind: F. Gieseking, C. Scheungraber, J. Heinrich, Ch. Koßagk, M. Henes, G. Mehlhorn, O. Reich - Österreich, A. Kind - Schweiz.

Ziel der Ausbildung ist der Erwerb des Kolposkopiediploms mittels Prüfung.

Das Kurssystem besteht aus einem Basis- sowie einem Fortgeschrittenenkurs. Inhalte und Unterschiede der Kurse werden unter Punkt 2 und 3 definiert. Der Nachweis beider Kurse bildet die Grundlage für die Zulassung zur Prüfung zum Kolposkopiediplom. Zwischen der Teilnahme am Basiskurs und am Fortgeschrittenenkurs muss ein Abstabnd beider Kurse von mind. 6 Monaten liegen.

Weitere Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist die Mitgliedschaft in der AG CPC. Der Erwerb des Kolposkopiediploms ist an den Facharzt für Gynäkologie & Geburtshilfe bzw. den Weiterbildungsassitenten für Gynäkologie & Geburtshilfe ab dem 2. Weiterbildungsjahr gebunden.

Kursleiter müssen aktiv in einer AGCPC (/DKG) zertifizierten Dyspalsiesprechstunde/Dysplasieeinheit tätig sein bzw. die aktive Tätigkeit darf nicht länger als 2 Jahre zurückliegen. Des weiteren müssen Kursleiter die Teilnahme an mindestens einer Kursleitertagung innerhalb der letzten 2 Jahre nach Antragstellung nachweisen. Neue Kursleiter werden auf der Kursleitertagung durch die Tagung bestätigt. Zur Bestätigung auf der Kursleitertagung muss je ein positives Votum von 2 Mentoren aus der Kursleitergruppe vorliegen. Der Antragsteller muss zu Kursen der Mentoren als Referent aufgetreten sein. Die Mentoren dürfen nicht aus einer Einrichtung kommen. Kursleiter, welche erstmalig eine Kurszertifizierung anstreben, müssen die Möglichkeit einer Evaluierung ihres Kurses vor Ort durch AGCPC-Vorstandsmitglieder bzw. Mitglieder der Arbeitsgruppe Kolposkopie der AGCPC gewährleisten.

Kursleiter, die ihre Kurse entsprechend dem angegebenen System von der AGCPC zertifizieren lassen wollen, müssen bei ihrer Programmgestaltung die unten angegebenen Mindestanforderungen berücksichtigen und das endgültige Programm der Arbeitsgruppe Kolposkopie vorlegen (Kontakt: J. Quaas, Stralsund). Zertifizierungsantrag.

Um die Unabhängigkeit des Kurssystems zu betonen, ist eine Finanzierung kompletter Kurse durch externe Einrichtungen nicht erwünscht. Kursleiter sind zur Offenlegung eigener Interessenkonflikte und die der Referenten verpflichtet. Ebenso sind sie verpflichtet, die Einhaltung internationaler und nationaler Nomenklaturen, Empfehlungen, Richtlinien etc. zu garantieren.

Zur Zertifizierung anstehende Kurse dürfen keine werbeträchtigen Bezeichnungen tragen und müssen die regionalen Angebote berücksichtigen (z.B. laufende Kursreihen, BVF). Die AGCPC fühlt sich für die kolposkopische Ausbildung in Deutschland verantwortlich und zertifiziert daher grundsätzlich nur Kurse, die in Deutschland stattfinden. Entsprechendes gilt für die Kooperation mit Österreich.

2. Basiskurse

Der Vorstand der AGCPC hat 2011 sein Kolposkopieausbildungskonzept mit dem Berufsverband der Frauenärzte (BVF) abgestimmt. Das mit dem BVF beschlossene Vorgehen bezieht sich ausschließlich auf die Festschreibung gemeinsamer organisatorisch und inhaltlich obligater Kriterien für die Zertifizierung von Basiskursen zum Kolposkopiediplom. Es unterstreicht gleichzeitig die Anerkennung des abgestuften Zertifizierungsverfahrens für Kolposkopiekurse und Sprechstunden. 2015 erfolgte die Anerkennung der Basiskurse durch die Europäischen Gesellschaft für Kolposkopie (EFC). 

  • Mindestdauer 8 h (8 x 60 Min.)
  • Inhalte:
    • 1h Einführung in die Kolposkopie - Epidemiologie, Stellenwert der Kolposkopie in der Krebsfrüherkennung, geschichtlicher Überblick
    • 1h Grundlagen der Kolposkopie - Technik, Untersuchungsgang, Dokumentation, Kolposkopische Nomenklatur in der durch die AGCPC anerkannten gültigen Fassung (z. Zt. Rio 2011), Vulvanomenklatur
    • 2h Kolposkopische Befunde - Demonstration kolposkopischer Befunde entsprechend der Kolposkopischen Nomenklatur (insbesondere normal/verschieden, minor/major), Vulvabefunde
    • 1h Basiswissen zu zytologischen Grundlagen (Befunde, Nomenklaturen) unter Einbeziehung pathologischer Aspekte, insbesondere gängige Nomenklaturen (z. B. WHO, ISSVD). Referiert durch zytologisch tätigen Arzt. 
    • 1h Basiswissen zu virologischen Grundlagen (Pathogenese, Nachweismethoden, HPV-Impfung)
    • 1h Basiswissen zum Management auffälliger Befunde (Kolposkopisch, zytologisch, HPV, Fallbeispiele)
    • 1h Lernerfolgskontrolle 
  • Ziel: Unterscheidung normaler kolposkopischer Befunde von abnormen kolposkopischen Befunden
  • Antrag zur Zertifizierung des Kurses durch AGCPC & BVF über Antragsformular 

3. Fortgeschrittenenkurse

  • Zwischen der Teilnahme am Basiskurs und am Fortgeschrittenenkurs muss ein Abstand beider Kurse von mind. 6 Monaten liegen.
  • Kursleiter müssen mind. Leiter einer durch die AGCPC zertifizierten Dysplasiesprechstunde sein.
  • Mindestdauer 14 Stunden (14 x 60 Min.).
  • Fortgeschrittenenkurse erheben eine deutlich höheren wissenschaftlichen Anspruch als Basiskurse.
  • Fortgeschrittenenkurse müssen durch die Wahl von mind. vier Referenten aus verschiedenen Institutionen eine Diskussionsvielfalt gewährleisten. Die Qualifikation der Referenten ergibt sich aus ihrer aktuellen klinisch-wissenschaftlichen Tätigkeit. Um aktuelle berufspolitische Aspekte diskutieren zu können, sollte mind. ein Referent an der Basisversorgung teilnehmen.
  • Referierte Themen müssen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse grundlegend berücksichtigen und unterscheiden sich hierdurch von den Anforderungen zum Basiswissen der Basiskurse.
  • Inhalte:
    • Vertiefung kolposkopischer Kenntnisse der cervix uteri
      - mind. 1 h minor changes
      - mind. 1 h major changes
      - mind. 1 h andere Befunde
    • Vermittlung von Kolposkopie und Klinik der Vagina und Vulva
      - mind. 2 h
    • Vermittlung wissenschaftlich aktueller fachspezifischer Kenntnisse von:
      - mind. 1 h Zytologie
      - mind. 1 h Virologie
      - mind. 1 h Pathologie
    • Vertiefung aktueller Managementkonzepte
      - mind. 1 h Biopsie und OP-Techniken (prakt. Übungen erwünscht)
      - mind. 1 h aktuelle Empfehlungen/Leitlinien (national obligatorisch, international erwünscht)
      - mind. 1 h Falldiskussion
    • Aktuelle Aspekte gesundheitspolitischer Versorgung
  • Ziel: Erlangen der grundsätzlichen Fähigkeiten zur Führung einer Dysplasiesprechstunde.
  • Antrag zur Zertifizierung des Kurses durch AGCPC über Antragsformular

4. Prüfung zum Kolposkopiediplom